Mit Schneeschuhen durch den Bryce Canyon: Utahs Nationalparks im Winter
Im Süden Utahs findet man die höchste Konzentration an Nationalparks in den gesamten USA. Capitol Reef, Zion, Bryce Canyon, Arches und Canyonlands liegen nur wenige Stunden voneinander entfernt – und doch ist jeder Park für sich einzigartig. Versteinerte Bögen, markante Felsen, tiefe Schluchten, filigrane Monolithe und atemberaubende Slot Canyons markieren die einzelnen Parks.
Der Südwesten Utahs mit den drei Nationalparks Zion, Bryce Canyon und Capitol Reef nennt sich zu Recht Utahs Color Country. Die Sonne lässt die unterschiedlichen Rot- und Gelbtöne der erodierten Schichten aus Basalt und Navajo-Sandstein das ganze Jahr über in den kräftigsten Farben erstrahlen. Durch den Schnee erhält die Landschaft einen weiteren traumhaften Kontrast.
Wenn man vom Farview Point auf die schneebedeckten Spitzen der rot-gelblich leuchtenden Hoodoos des Bryce Canyon schaut, die sich gegen den strahlend blauen Winterhimmel abheben, weiß man, warum man sich gerade die kalte Jahreszeit für einen Besuch des Nationalparks ausgesucht hat. Wer nicht nur die bizarren Felsformationen und den mehrere hundert Meilen weiten Panoramablick von den diversen Aussichtspunkten aus genießen möchte, der sollte die zahlreichen Wanderwege im Park nutzen, die mitten zwischen den filigranen Türmchen hindurch führen. Die schneebedeckten Wege lassen sich hervorragend mit Schneeschuhen und Langlaufski begehen, die man im Ruby’s Inn, einer Unterkunft direkt am Bryce Canyon, mieten kann: Für rund 10 Euro erhält man Skier bzw. Schneeschuhe, Stöcke und Schuhe. Dort gibt es auch ausreichend Kartenmaterial und weitere Informationen. Die günstigste Übernachtung liegt bei 40 Euro für zwei Personen, buchbar übers Reisebüro. Weitere Infos unter www.rubysinn.com/winter.html
Etwas südwestlicher liegt der um einiges mildere Zion Nationalpark. Während der höher gelegene Canyonrand im Winter komplett schneebedeckt sein kann, fällt auf dem Grund der Schlucht nur selten Schnee. So kann man sich aussuchen, ob man in den Höhenlagen Schneeschuhwanderungen unternehmen möchte, oder die Wanderwege in den tieferen Canyons nutzen möchte, die teilweise im Sommer wegen der Hitze zu beschwerlich sind. Für Schneeschuhe eignet sich der East Rim Trail, ein anspruchsvoller, 11 km langer Weg, der mit atemberaubenden Panoramablicken belohnt. Schneefrei hingegen ist der tiefer gelegene, nur drei km lange Watchman Trail, der mit nicht minder spektakulären Aussichten belohnt. Der komplett der Sonne ausgesetzte Weg ist im Winter besonders angenehm zu laufen. www.zionnational-park.com/snow
Schneemobiltouren in Utahs Color Country abseits der Nationalparks bietet Blue Pine Tours an. 360 km auf Straßen und hunderte Kilometer auf unmarkierten Wegen führen u.a. zum Cedar Breaks National Monument, Brian Head und Strawberry Point mit Ausblick auf den Zion Nationalpark. Ausgangspunkt der Touren ist das Pinewoods Resort, das Unterkünfte sowohl in günstigen Motelzimmern als auch großzügig geschnittene Suiten in rustikalen Blockhütten anbietet. Schneemobile kann man ab zwei Stunden anmieten (50 Euro für zwei Stunden, zzgl. Kosten für Helm und Schneeanzug). Wer eine privat geführte Tour machen möchte, zahlt 9 Euro pro Stunde für den Reiseleiter. www.bluepinetours.com und www.pinewoodsresort.com
Als unberührtes Naturparadies erlebt man im Winter auch die Nationalparks Arches und Canyonlands nahe Moab im Südosten des Bundesstaats. Recht milde Winter und meist sonnige Tage machen Wanderungen zu einem großen Erlebnis. Arches lockt mit seinen tausenden Bögen und bizarren Felstürmen, Canyonlands mit atemberaubenden Schluchten, in denen Colorado und Green River zusammenfließen. Leichter Schneefall sorgt für einen spektakulären Kontrast zu dem strahlend blauen Himmel und den roten Felsen. Steinformationen, die man sonst kaum wahrnimmt, werden im Winter zu besonderem Leben erweckt - ein Highlight nicht nur für Fotografen. Ebenso wie die Mondschein-Touren, zu denen man durch den frühen Sonnenuntergang zeitig aufbrechen kann. www.moabutah.info
Neben den bekannten Nationalparks gibt es in der Region ein bisher wohlgehütetes Geheimnis, welches Langläufer gerne für sich behalten: Die La Sal Mountains. Diese unberührten und einsamen Berge erstrecken sich über 3.600 m im Osten von Moab in die Höhe. Von hier oben hat man einen atemberaubenden Blick über die roten Canyons und Täler im Süden Utahs. Organisierte, selbstgeführte Hüttentouren, Hut-to-Hut genannt, bietet Tag-A-Long Expeditions in Moab an. Übernachtet wird in rustikalen Blockhütten, die Touren dauern zwei Tage oder mehr. Kosten betragen 35 $ (27 Euro) pro Person und Nacht in der Hütte zzgl. Kosten für den Transfer zur ersten Unterkunft mit dem Snowcat. Wer die Abgeschiedenheit sucht, der findet sie hier. Informationen unter www.tagalong.com/trips/selfguided_trips/wi0.html
Auch Monument Valley Navajo Tribal Park ist im Winter eine Reise wert. Nicht immer fällt hier Schnee, aber wenn, dann ist der Kontrast zwischen den roten Monolithen und der weißen Pracht ein besonders schönes Fotomotiv. Übernachten kann man in der Gouldings Lodge oder in den nahegelegenen Orten Mexican Hat oder Bluff. Die Gouldings Lodge bietet ganzjährig Jeeptouren ins Monument Valley an. www.gouldings.com
