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Im Land des schlafenden Regenbogens: Die unwirklichen Landschaften des Capitol Reef Nationalparks

Geprägt wird Capitol Reef von der „Waterpocket Fold“, einer riesigen Falte in der Erdoberfläche, die sich wie eine 160 km lange Wirbelsäule durch den Nationalpark zieht. Daneben gibt es zahlreiche markante Felsen wie den Capitol Dome - einen weissen, wie das Kapitol in Washington geformten Felsen - natürliche Steinbrücken, die Temples of the Sun and Moon in der weiten Ebene des Cathedral Valley, sowie die alte Siedlung und grüne Oase Fruita am Fremont River. Das Hinterland nördlich des Hwy 24 ist geprägt von den unwirklichen Landschaften der Caineville Badlands, mit Felsenhügeln in den ungewöhnlichsten Farben, die vom tiefen weinrot über schwefel- und ockergelb über blaugrün zu aschgrau werden, plötzlich übersät mit schwarzen Lavakugeln, dann wieder mit grünen Pflanzen bewachsen, während sich in der Ferne mal endlose schroffe Felsklippen, mal schneebedeckte Berge zeigen. Wegen seiner farbintensiven Felsen nennen die Navajo das Gebiet „Land des schlafenden Regenbogens“.

Allgemeine Infos:

Öffnungszeiten: Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Eintritt: Der größte Teil ist kostenfrei, man bezahlt nur für den 16 km langen Scenic Drive, der kurz hinter dem Visitor Center beginnt: 5 Dollar pro Auto, gültig für 7 Tage. Die Gebühr entrichtet man selber am Beginn des Scenic Drives in einer Box. Wer einen gültigen National Parks Pass (Annual Pass) besitzt, muss die Gebühr nicht bezahlen. Für die Durchfahrt über den traumhaften Highway 24 wird kein Eintritt verlangt, ebenso wenig für die zahlreichen Straßen ins tiefe Hinterland.

Unterkünfte: Um Capitol Reef richtig erkunden zu können, sollte man mindestens zwei Übernachtungen einplanen. Zahlreiche Unterkünfte findet man in der kleinen Ortschaft Torrey, nur wenige Kilometer vom Parkeingang entfernt. Der Ort liegt idyllisch in einem grünen Tal, mit Blick auf die roten Felslandschaften des Parks und die meist schneebedeckten Gipfel des 3.325 h hohen Boulder Mountain. Weitere Unterkünfte gibt es im nahegelegenen Bicknell, in Teasdale und in Hanksville. Nahe der Geisterstadt Notom, 8 km südlich des Hwy. 24 an der Notom-Bullfrog Road, liegt mitten in grandioser Natur die Notom Ranch, eine der ältesten Working Ranches in Utah und heute zudem ein charmantes Bed & Breakfast. www.capitolreef.org, www.torreyutah.com

Camping: Gut ausgestattete Campingplätze findet man sowohl in Torrey, als auch entlang der Panoramastraße Highway 12 und direkt im Nationalpark. Letzterer liegt höchst idyllisch mitten in der mit Schatten spendenden Bäumen bewachsenen grünen Oase Fruita am Fremont River, kurz hinter dem Visitor Center. Es gibt 71 Stellplätze für Wohnmobile, Übernachtungen kosten 10 USD pro Nacht. Reservierungen sind nicht möglich, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Im Hinterland gibt es zwei primitive Campingplätze: Cathedral Valley nördlich des Highway 24, und Cedar Mesa südlich des Hwys, beide mit Picknickplätzen und einfachen Toiletten (ohne fließend Wasser) ausgestattet. Übernachtung auf beiden Plätzen ist kostenlos, Reservierungen sind nicht möglich. Wer außerhalb der Campingplätze übernachten möchte, benötigt einen Backcountry Permit, der kostenlos im Visitor Center zu erhalten ist. www.nps.gov/care/planyourvisit/campinga.htm

Restauranttipps: Man sollte es nicht unbedingt erwarten, aber in der Tat gibt es in dem 170 Seelen Örtchen Torrey „Fine Dining“ – zu moderaten Preisen und in gewohnt lockerer Südwest-Atmosphäre. Mit dem vielfach ausgezeichneten Café Diablo mitten in Torrey hat Chefkoch Gary Pankow aus New York ein kulinarisches Kleinod geschaffen. www.cafediablo.net. Und im Rim Rock am Highway 24 Richtung Nationalpark wartet man mit grandiosen Ausblicken und hervorragender Küche auf seine Gäste. Im angrenzenden Rim Rock Patio erhält man auch zu späterer Stunde noch ein Bier. www.therimrock.net. Neben Fleisch und Fisch haben die Restaurants ebenfalls hervorragende vegetarische Gerichte auf der Karte.

Capitol Reef Newsletter: Sehr empfehlenswert ist der monatliche Newsletter, herausgegeben vom Capitol Reef Country in Torrey. Jeden Monat gibt es neue Tipps für Wanderungen und Fahrradtouren, landschaftlich reizvolle Straßen, Hinweise zu Events etc. Der Newsletter kann unter www.capitolreef.org/news.html herunter geladen werden. Erhältlich ist dieser auch vor Ort in Papierform, er liegt z.B. im Capitol Reef Country Visitor Center in Torrey aus.

Aktivitäten im Park:

Visitor Center: Wie bei allen Nationalparks empfehlen wir auch hier, das Visitor Center des Nationalparks anzusteuern. Dieses befindet sich 18 km hinter Torrey, kurz bevor man auf den Scenic Drive fährt. So kann man sich sowohl mit Kartenmaterial ausstatten, als sich auch über die unterschiedlichen Wandermöglichkeiten und andere Aktivitäten im Park informieren. Bereits in Torrey findet man das Visitor Center des Fremdenverkehrsamtes Capitol Reef Country. Auch hier lohnt sich unbedingt ein Besuch, denn es gibt großartige Informationen und Karten über die gesamte Region. Wenn Scott da ist: er kennt sich in der Gegend bestens aus und hat sicher gerade wieder einen tollen neuen Wanderweg entdeckt. Das Visitor Center befindet sich kurz hinter der Kreuzung der Highways 12 & 24, Richtung Nationalpark auf der linken Seite an der Tankstelle.

Scenic Drive: Wer nur wenig Zeit hat und keine Übernachtung eingeplant hat (was ein Frevel ist) biegt zum Visitor Center im Nationalpark ein und nimmt hier den 16 km langen Scenic Drive. Informationen am Besucherzentrum einholen, und schnell noch für einen selbstgebackenen Pie auf die Hand am Gifford Farmhouse anhalten, bevor man auf den Scenic Drive fährt. www.nps.gov/care/planyourvisit/scenicdrive.htm; www.nps.gov/care/historyculture/giffordhomestead.htm
Der Scenic Drive endet an einem Parkplatz, von wo aus man durch Capitol Gorge wandern kann. Der Weg führt durch einen schmalen Canyon mit hohen Felswänden. Hin- und zurück sind es ca. 5 km. Vom selben Parkplatz aus erreicht man auch den Golden Throne Trail, einen steilen, ca. 5 km langen Weg (hin- und zurück) auf die Waterpocket Fold Richtung Golden Throne.

Hickman Bridge: Am Hwy 24, zwei Kilometer hinter der Abzweigung zum Visitor Center in Richtung Caineville, findet man den Hickman Bridge Parkplatz, von wo aus man zu weiteren kürzeren Wanderungen aufbrechen kann, so z.B. zur natürlichen Steinbrücke Hickman Bridge, oder zum Rim Overlook, einem recht anstrengenden Weg, an dessen Ende man aber mit einem großartigen Panoramablick belohnt wird.

Cathedral Valley: Wer viel Zeit hat und vielleicht sogar im Hinterland campen möchte, sollte Cathedral Valley anfahren. Der Weg ist bereits das Ziel, denn immer wieder stößt man auf neue Landschaften, die oft so aussehen, wie man sich die Mond- oder Marsoberfläche vorstellt. Wenn man den gesamten Rundweg abfährt, sind es knapp 100 km – über unbefestigte Straßen, auf denen man z.T. nur im Schritttempo fahren kann. Nichts für normale PKWs, geschweige denn Camper. Wer einen Geländewagen mieten möchte, fragt bei Thousand Lakes RV Park kurz hinter Torrey nach. Der Campingplatz vermietet SUVs, die eben für diese Zwecke gedacht sind. Die markantesten Punkte im Cathedral Valley sind u.a. die Temple of the Sun and Moon und Glass Mountain, ein Hügel aus durchsichtigem Gips, der wie ein Glaskunstwerk aussieht, aber dennoch natürlich entstanden ist. Im Visitor Center kann man für 1 USD die Broschüre „Cathedral Valley - Self-Guiding Auto Tour“ erstehen. Hier sind alle Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke aufgezeichnet und erklärt. Für einen Tagesausflug unbedingt genug Zeit einplanen. Zudem sollte man sich grundsätzlich vorher beim Visitor Center nach den Straßenverhältnissen erkundigen.  www.nps.gov/care/planyourvisit/cathedralvalley.htm; http://www.thousandlakesrvpark.com/RV4WD.htm

Notom – Bullfrog Road: Wer von Escalante oder Boulder kommt und nicht mit einem Camper unterwegs ist, für den empfiehlt sich, Capitol Reef über den Burr Trail anzufahren. Diese großartige Panoramastraße beginnt in Boulder und ist die ersten 60 km geteert. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, die Straße aber einmal gefahren sein möchte, sollte bis zum Aussichtspunkt mit dem atemberaubenden Blick auf die Waterpocket Fold und die dahinter liegenden Henry Mountains fahren und dann umkehren. Nicht traurig sein, der Hwy 12 zwischen Boulder und Torrey ist ebenfalls eine Traumstrecke, so dass die Entscheidung nicht schwer fallen sollte.
Wer die engen und steilen Serpentinen, die einige km hinter dem Aussichtspunkt beginnen, nicht scheut, hat einen großartigen, einsamen Weg entlang der Waterpocket Fold und durch Ranchgebiet vor sich: die Notom-Bullfrog Road. Bis zum Hwy 24 sind es ca. 65 km, die bis auf die letzten 5 Meilen ungeteert, aber gut zu befahren sind. Vorher im Visitor Center in Escalante oder Boulder nach dem Zustand der Straße fragen. www.nps.gov/care/planyourvisit/waterpocketdistrict.htm

Weitere Aktivitäten zu Fuß, Fahrrad, Pferd oder Jeep: Natürlich gibt es zahlreiche weitere Wanderwege, sowohl kürzere Tagestouren als auch längere Rucksacktouren. Für letztere benötigt man einen Backcountry Permit, der kostenlos im Visitor Center zu erstehen ist. Wer die Gegend mit dem Fahrrad erkunden möchte, findet ebenfalls entsprechende Strecken auf der Seite des Nationalparks. Zu geführten Wanderungen, Reit- oder Jeeptouren hat das Fremdenverkehrsamt von Capitol Reef Country weitere Informationen. 

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Patti Denny
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